Die Soziologie des Fremden vor dem Hintergrund der Herausbildung unterschiedlicher Gesellschaftsformationen
Unter Berücksichtigung der transklassischen Logik von Gotthard Günther und der Identitätstheorie von George Herbert Mead [Auszüge]

 Elke M. Geenen 


Aus dem Inhalt (Habilitationsschrift Kiel 2000)

 

1. Fragestellung 3

1.1 Begriffe des Fremden und Strategien der Typisierung 7

1.2 Etymologische Aspekte des Fremden und Differenzierungsformen 16

Der Fremde, Sklave, Gast, Feind 16 Der Eigene und die Eigenen 23

2. Abriss theoretischer Ansätze zum Fremden 27

2.1 Beiträge soziologischer Klassiker 27

2.1.1 Georg Simmels konzeptioneller Ansatz zu einer Soziologie des Fremden 27

2.1.2 Ansätze zu einer Soziologie des Fremden in “Gemeinschaft und Gesellschaft” von Ferdinand Tönnies 35

2.1.3 Der Beitrag von Häretikern, Migranten und Juden zur Entstehung des Kapitalismus nach Werner Sombart 39

Häretiker 39 Migranten 40 Juden 41

2.2 Das Konzept des Fremden von Alfred Schütz 43

Der Einwanderer 43 Bekanntheitswissen und Vertrautheitswissen 45 Typisierung und Pseudo-Typisierung 45 Der Heimkehrer 54

2.3 Etablierte und Außenseiter 56

Stigma 56 Figuration 57 Segmentierung und Stratifizierung 61

2.4 Fremdheit als Ressource und “Greedy Institutions” 64

Die produktive Erzeugung von Fremdheit 64 Gierige Institutionen 66 Eunuchen als geschaffene Fremde 70 Fremde auf Inseln funktionaler Differenzierung 72

2.5 Levines Kritik der Simmel-Rezeption 74

Die Aufnahme von Simmels Fremdem in Amerika 74 Levines Versuch einer Typologisierung des Fremden 82

2.6 Soziale und kulturelle Fremdheit 86

3. Auf dem Weg zu einer soziologischen Theorie des Fremden 93

4. Schlüsselkonzepte, Kritik und Folgerungen als Basis für die Entwicklung einer soziologischen Theorie des Fremden 99

4.1 Ein neuer Weg der Nutzbarmachung der transklassischen Logik von Gotthard Günther für die Soziologie. Zugleich die “soziale Lücke” in der Günther-Logik 99

4.1.1 Grundlagen der transklassischen Logik und ihre Kritik 99

Intraklassische Mehrwertigkeit, Klassifikationen und Modallogik 99 Zur Kritik der Aristotelischen Logik und ihrer Überwindung 102 Wissenschaftstheoretische Grundlagen der transklassischen Logik 104 Theorie der Mehrwertigkeit 112 Soziologische Einwände und Weiterungen: der logische Status des Bewußtseins 114 Das Neue 120 Zum logischen Status der Objektwelt und des Fremden 125 Magie 128 Polykontexturen 128 Modifikationen der transklassischen Logik für eine Soziologie des Fremden 135

4.1.2 Reflexionsloses und reflexives Sein in einer empirisch-historischen Naturwissenschaft 139

4.1.3 Simmels Beitrag zur polykontexturellen Verortung des Fremden 147

Die Beziehung zum Fremden 147 Die Nicht-Beziehung zum Fremden 153 Die Objektivität des Fremden und fremde Richter 157

4.2 Meads Beitrag zur Ausfüllung der soziologischen Theorielücke in der Günther-Logik und seine Bedeutung für die Differenzierungstheorie 159

Zentrale Aspekte der Identitätstheorie George Herbert Meads 159 Sozialisation und Identität 165 Sich selbst zum Objekt werdende Identität 166 Zur Frage der Einheitlichkeit der Identität 167 Die Entstehung der Identität 168 Zur Bedeutung der Einnahme der Haltung anderer 169 Die gesellschaftliche Haltung gegenüber belebten und unbelebten Objekten 170 Die Einnahme der geistigen Haltungen anderer 172 Die Sozialität der Identität 174 Identität und Einzigartigkeit der Sozialität 175 Konvention und die Entstehung von Neuem 175 Die konventionelle und die polykontexturelle Persönlichkeit 176 Meads Konzeption der großen oder historischen Persönlichkeit und die Bedeutung für die Soziologie des Fremden 178 Soziale Formen des Überlegenheitsgefühls 179 Bedingungen der Dominanz des “I” über das “Me” (und des “Me” über das “I”) 180 Verschmelzung von “I” und “Me”, Destruktion des individuellen “Me” und die Bedeutung für die Soziologie des Fremden 180 Die Bedeutung der Kommunikation für die Identität und den sozialen Prozeß 184 Die soziale Grundlage des Geistes 186 Die Herausbildung von Institutionen und ihre Bedeutung 186 Funktionale Differenzierung und Identität 187 Primitive vs. zivilisierte Gesellschaft 190 Meads Konzeption des Mob und Konsequenzen für die Soziologie des Fremden 193 Zum Nationalismus 196 Herausbildung von Universalität in der Gesellschaft, Völkerbund und Gemeinschaft der Werte 198 Demokratie 201 Zwischenbemerkung 207

4.3 Inklusion und Exklusion 208

Inklusion und Exklusion als Zwei-Seiten-Form 208 Exklusion aus Funktionssystemen sowie durch Schichtung und als Ausschließung 210 Zum Zusammenhang zwischen Formen der Systemdifferenzierung und der Variablen Inklusion bzw. Exklusion 212

a) Zur Inklusion und Exklusion in segmentären Gesellschaften 212

b) Inklusion und Exklusion in stratifizierten Gesellschaften 212

c) Exklusion und Inklusion in funktional differenzierten Gesellschaften 215

4.4 Räumliche Aspekte in der Soziologie des Fremden 220

Simmels Soziologie des Raums 220 Der Raum und der Fremde 222 Teil- und Vollgenossenschaft und soziale Differenzierung 225 Inklusion/Exklusion und Fixiertheit im Raum 227 Individualisierung des Ortes und Stabilisierung von Inklusion und Exklusion 229 Räumliche Ordnung (Gentrification) und Erscheinungsordnung (Lofland) 238 Migration von einzelnen und Gruppen 241 Institutionen 241

4.5 Der Fremde und die symbolische Ordnung 244

Fremde in der symbolischen Ordnung 245 Symbolische Ordnungen in unterschiedlichen Gesellschaftsformationen 246 Ein Dilemma bei Schütz 250 Sinnbereiche und Erkenntnisstile 255

4.6 Fremde in differenzierungstheoretischer Perspektive 256

Anmerkungen zur Differenzierungstheorie von Niklas Luhmann 256 Die theoretische Basis der Differenzierungstheorie von Friedrich H. Tenbruck 260

4.6.1 Dominant segmentäre Gesellschaften 265

Begriff und Voraussetzungen 265 Isolation und Grenze 267 Gemeinsame Lokalität und Anwesenheit 269 Rangordnung und Schichtung 273 Rollenstruktur und Zeremonialität 276

4.6.2 Der und das Fremde in segmentären Gesellschaften 280

Soziale Konstruktion des Fremden bei den Alangan-Mangyan auf Mindoro 283 Die Trennung der Welt der Menschen und der Nicht-Menschen 288 Rikot 291 Theoretische Folgerungen 292

4.6.3 Dominant stratifizierte Gesellschaften 297

Begriff, Datierung und Voraussetzungen 297 Zentrum und Peripherie 300 Unterschichten und ihre “Verklammerung” mit der Hochkultur 303 Oberschichten und Oberschichtkultur in der stratifizierten Gesellschaft 313

4.6.4 Der und das Fremde in stratifizierten Gesellschaften 318

Vertreter der Hochkultur in Lokaleinheiten 321 Zur Herausbildung von Berufen und Institutionen und die Frage der Fremdheit 324 Berufliche Segregation und Universalisierungstendenzen 325 Fremde in Städten in stratifizierten Gesellschaften 327 Juden als Fremde in der stratifizierten mittelalterlichen Gesellschaft Deutschlands 328 Theorie der Statuslücke und reisende Fremde mit besonderen Funktionen 330

4.6.5 Dominant funktional differenzierte Gesellschaften 339

Begriff, Datierung und Voraussetzungen 339 Raumgreifende Verflechtung und Differenzierung von Hochkultur und Volkskultur 344 Lange Kooperations- und Interdependenzketten 346 Umstellung von Stratifizierung auf funktionale Differenzierung nach Luhmann 347 Mehrfach-codierte Funktionssysteme 353 Veränderungen des Operationsmodus 362 Mehrfachcodierungen in politischen Funktionssystemen 364 Gleichheit und Schließungsregeln 367 Lokalität in funktional differenzierten Gesellschaften 369

4.6.6 Der und das Fremde in funktional differenzierten Gesellschaften 373

Fremdheit in und außerhalb von Funktionssystemen 373 Fremdheit und großstädtischer Lebensstil 376 Grenzen zwischen Personen und die Frage des Fremden 379 Zur Exklusion des Menschen aus der Systemtheorie 381 Die soziale Haltung gegenüber Fremden 382 Fremdheit und Vertrauen in der funktional differenzierten Gesellschaft 386 Selbst- und Pseudotypisierung 387 Generalisierte Fremdheit und symbolische Ordnung 388 Exklusion aus Funktionssystemen 390

a) Das Ausbleiben von Inklusion 390

b) Exklusion aus Funktionssystemen durch Arbeitslosigkeit 391

c) Mobbing als Form der Exklusion am Arbeitsplatz 394

Mitleid und Universalismus 395

5. Exemplarische Anwendungen 399

5.1 Der Fremde in der Odyssee des Homer — eine Fallstudie zum Übergang von der segmentären Gruppe zur stratifizierten Gesellschaft 399

Vorbemerkungen zur Theorie 399

5.1.1 Odysseus bei den Phäaken — stratifizierte Gesellschaft 404

Sozialität in segmentären und stratifizierten Gesellschaften 428 Stratifiziertes und funktional differenziertes Denken 433

5.1.2 Odysseus bei Eumaios — funktionales Denken in einer stratifizierten Gesellschaft 436

5.1.3 Odysseus bei Polyphem — die segmentäre Gesellschaft der Kyklopen 439

5.1.4 Odysseus bei den Lotophagen — eine segmentäre Formation 468

5.2 Nationalsozialistische Herrschaft 473

5.2.1 Zurück in stratifizierte und segmentäre Formationen 473

5.2.2 Hans Cloos und sein Versuch der Aufrechterhaltung von Polykontexturalität im Fach Geologie 481

Résumé 502

6. Integration der vorgestellten theoretischen Ansätze und Weiterentwicklung der soziologischen Theorie des Fremden 505

Differenzierungstheorien, Modifizierung und die Soziologie des Fremden 505 Die Bedeutung der transklassischen Logik für die Soziologie des Fremden 508 Die Bedeutung von Meads Identitätstheorie für die Soziologie des Fremden 510

6.1 Zusammenführung der Theoriekomponenten 510

Zusammenführung a: Segmentäre Gemeinschaften und Gesellschaften 516

Zusammenführung b: Stratifizierte Gesellschaftsformation 517

Zusammenführung c: Funktional differenzierte Gesellschaft 529

6.2 Folgerungen und Weiterführungen 534

Einschränkungen der Möglichkeit funktionaler Differenzierung 534 Familien als segmentäre Strukturen mit unterschiedlicher logischer Strukturierung 537 Segmentäre und stratifizierende Differenzierung in der funktional differenzierten Gesellschaft 539 Der Zusammenhang zwischen Differenzierungsform, Sozialisation und der sozialen Konstruktion des Fremden im Verlauf von Katastrophen 542 Die soziale Konstruktion der Erklärungen für Katastrophen und die logische Wertigkeit des Denkens und Handelns 543 Anomie im Kontext sekundärer Segmentierung 545 Favelas als Brücke zwischen segmentären und funktional differenzierten Strukturen 546 Zum Übergang zwischen Differenzierungsformen 547 Verhinderung der Entfaltung funktionaler Differenzierung durch rigide Stratifizierung des politischen Systems 547 Rapider retrograder Wandel von der funktional differenzierten in die stratifizierte Gesellschaft mit einwertiger Logik im Umgang mit dem Fremden 549 Krisen in stratifizierten Gesellschaften und Veränderungen in der Konstruktion von Fremden (und Randgruppen) 550 Herausbildung von Stratifizierung in sekundär segmentären Gruppen 551

6.3 Abschließende Bemerkung 552

Schlußwort 555

Literaturverzeichnis 556

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Last modified: 05.08.2005
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