Es handelt sich um eine Therapie mit 0,9-prozentiger Kochsalzlösung
zur Lösung von wirbelumgebenden (perivertebralen) Verschlackungen
und Behandlung von von der Wirbelsäule ausstrahlenden (segmentalen)
Reizerscheinungen.
Mit einer speziellen Technik werden pro Sitzung eine Reihe von
Injektionen durchgeführt. Eine wirksame Behandlung erfordert
vier bis acht Sitzungen.
Dieser Therapiemethode liegt die entscheidende Erkenntnis zugrunde,
dass Kochsalz die Pumpenaktivität der Nerven regeneriert,
die örtliche Durchblutung steigert und damit die körpereigene
Heilung einer Entzündung fördert.
Entzündungen und Entzündungsherde im Körper,
vor allem um Nervenwurzeln, an Nerven selbst und im umgebenden
Bindegewebe haben sich als grundlegende und häufige Ursache
für Schmerzleiden sowie eine Fülle von anderen Erkrankungen
erwiesen. Als Beispiel seien rheumatische Erkrankungen und
chronische Schmerzen am Bewegungsapparat genannt.
Wenn die Entzündung nicht auskuriert wird, befreien
Bandscheiben-Operationen den Patienten nicht von seinen Schmerzen.
Solange die oder der Betroffene eine Entzündung in sich
trägt, plagen sie oder er sich mit mehr oder weniger
starken Schmerzen, die die Entzündung anzeigen. Operative
Eingriffe entfernen zwar die Bandscheibentrümmer, doch
die Entzündungen im Gewebe um die Nerven und Bandscheiben
herum - und mit ihnen Schmerzen - bleiben oft bestehen.
Durch die physiologische Kochsalzlösung wird die Pumpenfunktion
der Nerven - die sogenannte Natrium-Kalium-Pumpe -
aktiviert und die Durchblutung in der Umgebung der Wirbel (perivertebral)
wieder normalisiert. Stoffwechsel-Produkte, die die Entzündung
und den Schmerz aufrechterhalten, werden abgebaut und ausgeschwemmt.
So kann das Kochsalz den Heilungsprozeß in Gang setzen.
Insbesondere bei chronischen Krankheiten kann es anfangs
und vorübergehend zu sogenannten Erstverschlimmerungen
kommen. Der Heilungsverlauf vollzieht sich oft in Intervallen.
Auch können sich alte, noch nicht bzw. nicht richtig
auskurierte Entzündungen mit Schmerzen melden.
Entsprechend der segmentalen neuralen Versorgung des Körpers
entlang der gesamten Wirbelsäule wird eine Vielzahl von
Krankheiten mit Kochsalztherapie behandelt.
Das Hauptanwendungsgebiet dieser Therapie wird jedoch durch
Schäden an der Wirbelsäule (Bandscheibenschäden),
und hier besonders durch Bandscheibenvorfälle und Bandscheibenvorwölbungen,
gekennzeichnet. Zu den Zielen der Kochsalztherapie gehört
hier,
- Operationen nach Möglichkeit zu vermeiden,
- Schmerzfreiheit zu erreichen,
- Rückbildungen der Bandscheibenvorfälle und Bandscheibenvorwölbungen,
- Beseitigung von Taubheitsgefühlen in Armen bzw. Beinen,
- Wiederherstellung der Beweglichkeit,
- Wiederherstellung der körperlichen Leistungsfähigkeit.
Die Erfolgschancen der Kochsalztherapie sind vermindert,
- wenn abgesplitterte, verhärtete Bandscheibenteile
(Bandscheibensequester), die von der Durchblutung abgetrennt
sind, vorliegen, oder
- wenn bereits eine Bandscheibenoperation mit entsprechenden
Vernarbungen des den Wirbel umgebenden (perivertebralen)
Bindegewebes erfolgt ist.
Die injizierte Substanz (0,9-prozentige Kochsalzlösung),
die auch die Grundlage vieler Infusionslösungen ist, gilt
als nebenwirkungsfrei. Bei richtiger Injektionstechnik sind -
abgesehen von möglichen, vorübergehenden Erstverschlimmerungen
- keine Nebenwirkungen zu erwarten.